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Criminal Squad 2

Originaltitel: Den of Thieves 2: Pantera__Herstellungsland: USA/Spanien/Kanada__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Christian Gudegast__Darsteller: Gerard Butler, O’Shea Jackson Jr., Evin Ahmad, Salvatore Esposito, Orli Shuka, Stéphane Coulon, Cristian Solimeno, Nazmiye Oral, Mark Grosy, Dino Kelly, Michael Bisping, Rico Verhoeven, Yasen Zates Atour, Meadow Williams, Vitor Belfort u.a.
Criminal Squad 2

Im Sequel „Criminal Squad 2“ werden Gerard Butler und O’Shea Jackson jr. widerwillig zu Partners in Crime

Als „Criminal Squad“ 2018 erschien, war er kein Überflieger, aber eine profitable Sache am Box Office, deren Ende stark auf eine Fortsetzung hinarbeitete, weshalb es verwundert, dass es ganze sieben Jahre bis zum Sequel „Criminal Squad 2“ dauerte.

Die Fortsetzung setzt quasi da an, wo der Vorgänger aufhörte: Juwelendieb Donnie Wilson (O’Shea Jackson jr.) ist mittlerweile in Europa unterwegs, nachdem er sich am Ende des Erstlings als eigentliches Mastermind entpuppt hatte. Mit seiner neuen Crew organisiert er bereits den nächsten Heist in Antwerpen, welcher allerdings erstmal die Anschubfinanzierung für einen viel größeren Coup bringen soll. Vor allem aber kann der minutiös geplante Raub mit geschickter Fluchtmethode als ansprechender Opener fungieren und für die ersten Schauwerte sorgen, während der Film einen Gang runterschaltet.

Drüben in den USA hat Nicholas ‘Big Nick‘ O’Brien (Gerard Butler) es nur so semi verkraftet, dass er von Donnie aufs Kreuz gelegt wurde, war sein Stand beim Sheriff’s Department von Los Angeles schon vorher nicht der beste und seine Ehe mittlerweile vollends kaputt. Also presst er aus der Stripperin Holly (Meadow Williams) Infos über Donnies neuen Aufenthaltsort, stellt sich bei der französischen Polizei vor und gibt auch hier den Ami-Proll, der das Wort Croissant nicht richtig aussprechen kann oder will. Diplomatie ist also weiterhin nicht Nicks Ding, auch wenn „Criminal Squad“ den Atzen-Faktor runterdreht, was dem Sequel allerdings auch ein wenig vom Prollcharme des Erstlings nimmt.

Als Big Nick Donnie aufspürt, erlebt der Dieb eine Überraschung: Der harte Bulle will ihn gar nicht einbuchten, sondern selbst ein Stück vom Kuchen. Gezwungenermaßen führt er Nick in seine Crew ein, aber der Coup wird komplizierter, als sich herausstellt, dass ein ehemaliger Mafiaboss seine Diamanten wieder haben will, die ihm von Donnie und Co. in der Auftaktszene geklaut wurden…

Schaut euch den Trailer zu „Criminal Squad 2“ an

Criminal Squad 2

Ungewohnte Tracht: ‚Big Nick‘ O’Brien (Gerard Butler) muss dieses Mal phasenweise einen Anzug tragen

War Teil eins noch eine Art Prollvariante von „Heat“, so erinnert das Sequel mit seinem europäischen, hübsch abgefilmten Setting und seinem stärkeren Heist-Aspekt an eine Mischung aus „After the Sunset“ und „Ronin“. Die Stimmung ist etwas gelöst, wäre es sogar noch mehr, wenn nicht die Mafia aufkreuzen und schlimme Dinge androhen würden. Denn über weite Strecken hinweg plant die Crew eigentlich nur einen Raub im Diamantenviertel von Nizza, wo sich Donnie mit den gestohlenen Diamanten eine Tarnidentität als freischaffender Diamantenhändler aufgebaut hat. Rüpel Nick geht mehr aus sich heraus und mit seiner neuen Crew auch einen saufen, was allerdings gleich zu einem Handgemenge führt, als Jovanna (Evin Ahmad) – das einzige weibliche Mitglied der Truppe – in Rekordzeit Nicks Atzen-Charme erliegt und einer der Miträuber dummerweise ihr Ex-Freund ist.

Bisweilen verwendet „Criminal Squad 2“ dann etwas zu viel Zeit auf diesen Part, auch wenn er die üblichen Genrefreuden des Heist Movies bietet: Das Infiltrieren des Zielobjektes, das Ausbaldowern von Sicherheitsmaßnahmen, das Kennenlernen der Abläufe, die Entwicklung eines Plans. Dazwischen gibt es dann noch die üblichen Komplikationen, sei es durch das Auftauchen der Mafia, Unstimmigkeiten innerhalb der Crew oder ungeahnte Entwicklungen am Ort des Raubes. So ist der interessante Part eher die Beziehung zwischen Nick und Donnie, bei der sich die Machtverhältnisse verschoben haben: Nick mag immer noch der Mann fürs Grobe sein, bei der Heist-Crew hat Donnie mehr Erfahrung und die bessere Stellung. Ihr Verhältnis ist geprägt von widerwilliger Anerkennung, von wachsendem Respekt, aber auch von gesundem Misstrauen, womit „Criminal Squad 2“ dann auch die eine oder andere Länge im Vorbereitungspart einigermaßen ausgleichen kann.

Criminal Squad 2

Nick und Donnie Wilson (O’Shea Jackson jr.) müssen nun zusammenarbeiten

So richtig zum Leben erwacht der Film von Regisseur und Drehbuchautor Christian Gudegast (der in beiden Funktionen schon für den Erstling verantwortlich war und das Butler-Vehikel „London Has Fallen“ schrieb) allerdings erst auf der Schlussgeraden, wo es dann auch die meisten Schauwerte zu bestaunen gibt. Erst steht der Heist an, auf den das Publikum lange hinfiebern muss, bei dem eher der Thrill im Mittelpunkt steht, wenn die Crew sehen muss, ob ihr Plan funktioniert, auch im Angesicht ungeahnter neuer Schwierigkeiten. Auf der Schlussgeraden gibt es noch eine recht gute Autojagd, ein wenig sprechen auch die Waffen, obwohl gerade hier auffällt, dass „Criminal Squad“ weniger actionreich, weniger physisch und weniger hart als die vorige Cop-und-Räuber-Pistole daherkommt. Aber er hat immer noch einen gewissen Old-School-Charme, der an Genrefilme der 1970er und 1980er erinnert. Ebenfalls zum Schlussspurt gehören dann gleich mehrere Plottwists in Folge, von denen einige ganz clever, andere vorhersehbar und wieder andere etwas unsinnig sind.

Von einer Stärke des Erstlings kann „Criminal Squad 2“ ebenfalls nicht mehr profitieren, denn fast alle Charismafressen aus Hollywoods zweiter Reihe, die dort als Cops und Gangster zu sehen waren, starben den Filmtod und der zweite Teil findet keinen adäquaten Ersatz mit seiner osteuropäischen Heist-Crew und seinen italienischen Mafiosi. Die sehen zwar grimmig und fies aus, erfüllen ihren Zweck innerhalb der Handlung, sind aber weitaus weniger memorabel als die Nebendarstellerriege aus dem Erstling. O’Shea Jackson jr. („Cocaine Bear“) ist recht gut in der Rolle des Heist-Planers, wobei er am meisten glänzt, wenn er sich mit Gerard Butler („Kandahar“) die Bälle zuspielen kann. Dem legt das Drehbuch auch einmal den Ausruf „Fuck the Police“ in den Mund, in Anlehnung an einen der größten Hits der NWA, der Hip-Hop-Kombo von Jacksons berühmtem Vater Ice Cube. Butler selbst darf leider nicht so derbe auf die Mackerpauke wie im Erstling hauen, bleibt mit seiner raubeinigen Art aber das Zentrum des Films. Wie schon im Vorgänger gibt es zudem UFC-Cameos für mehr Street Credibility, hier von Vitor Belfort sowie erneut von Michael Bisping.

„Criminal Squad 2“ macht nichts so richtig falsch, ist aber auch in keiner Disziplin wirklich herausragend. Die Action ist brauchbar, aber von geringer Menge, der Heist sorgt für Spannung, während dessen Planungsphase leider über Gebühr gedehnt wird. Die Chemie zwischen den beiden Leads stimmt, aber dem Sequel fehlt einfach jener eigenwillige Dicke-Eier-Charme und die Charismafressen in den Nebenrollen, die den Vorgänger vielleicht nicht zu einem herausragenden, aber besseren und vor allem deutlich memorableren Film machten.

Constantin bringt „Criminal Squad 2“ am 16. Januar 2025 in die deutschen Kinos, freigegeben ab 16 Jahren. Wie beim Erstling kommt auch hier nur eine Fassung in die Kinos, die rund 10 Minuten kürzer als US-Version ist. Im Gegensatz zum ersten Teil ist die Fassung allerdings nicht vom deutschen Rechteinhaber angefertigt worden, sondern wurde vom US-Verleih erstellt und in einige Länder, zum Beispiel auch nach Australien, verkauft.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Constantin__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Ja__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, ab 16.1.2025 in den deutschen Kinos

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