Originaltitel: Zombi kanikuly 3D__Herstellungsland: Russland__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: Kirill Kemnits__Darsteller: Efremov Alexander, Zinoviev Anton, Mikhail Efremov, Yuliya Volkova u.a. |

Yuliya Volkova von T.A.T.U. bleibt leider den ganzen Film lang angezogen. Dafür ein Buuuuh! für „Zombie Fieber“
Ivan ist ein Loser. Und was für einer. Nachdem er sein Examen als Arzt abgebrochen hat, praktiziert er nun als Tierarzt und hat sich auf die Hunde reicher, dummer Russinnen spezialisiert. Und sogar diesen Job verliert er irgendwann. Und obschon er offensichtlich das Loser-Gen in sich trägt, wagt er immer noch zu hoffen. Und zwar, dass er irgendwann seiner heimlichen Liebe Natascha auffallen möge. Doch für die schlauchbootlippige Schönheit ist Ivan kaum mehr als Luft. Auf einer Beach-Party nimmt er sich vor, alles auf eine Karte zu setzen. Doch wieder kommt ihm etwas dazwischen: Es ist zwar keine seiner üblichen Panikattacken, doch zumindest sind Zombies mindestens genauso schlimm!
Diese entstanden aufgrund eines freigesetzten Gases, das in einer Phiole in einem Meteoriten eingeschlossen war, welcher auf unsere Erde geprallt ist. Von nun an geht es weniger um Liebesgeständnisse als vielmehr ums blanke Überleben… Dennoch muss freilich auch ein wenig Zeit für Alkohol und Koks sein. Ganz klar!
„Zombie Fieber“ gehört zum Subgenre der neuerdings mit Zomedy abgekürzten Zombie-Komödien. Wie im klassischen Zombiefilm steht auch hier zumeist eine kleine Schar tapferer Menschlein einer übermächtigen Masse an Untoten gegenüber und muss versuchen, zu überleben. Doch wo im normalen Zombiefilm das anschließende Gekröse meist hart und humorlos daherkommt, definiert sich die Zomedy über humorige Situationen, ironisch gebrochene Figuren und einen das Zombie-Genre munter persiflierenden Ton. Dementsprechend gibt es in „Zombie Fieber“ beispielsweise Martial Arts Zombies und sogar Badenixenzombies zu bestaunen. Vor allem erstere sorgen für einige nette Running Gags in dieser russischen Produktion. Die Handlung von „Zombie Fieber“ ist derweil absolute 0815 Standardware. Abweichungen sucht man mit der Lupe. Leichte Variationen bieten im Grunde nur die Einfälle, dass das Zombie-Virus von Aliens zu uns geschickt wurde und dass die Zombies vornehmlich auf Angst reagieren und die coolen unter den Helden gar nicht bemerken.
httpv://www.youtube.com/watch?v=DD1GQdwdU1g
Ansonsten eilt man relativ ziel- und planlos von Schauplatz zu Schauplatz und macht Zombies platt. Im Gegensatz zu den aktuell gängigen Zomedies aus den Staaten sieht der russische Vertreter zumindest nicht aus, wie mit einer HD-Kamera im Hinterhof gefilmt. Ganz im Gegenteil: „Zombie Fieber“ befleißigt sich einer hochwertigen, sehr filmischen Optik und hatte offensichtlich ein weitaus größeres Budget als vergleichbare Stangenware aus den USA. Stark farbkorrigierte Bilder treffen hier auf beständig eingestreute Zeitlupen und Fast Forward Sequenzen und die Schauplätze werden mittels cool aussehender Animationssequenzen miteinander verknüpft. Leider hat die Optik des Filmes auch einen ganz großen Pferdefuß: Die CGI-Effekte. Ab einen gewissen Punkt machen diese die gesamten Effektshots aus. Die Zombies werden dementsprechend irgendwann ausschließlich digital zerlegt. Sie tragen sogar digitale Masken, was so bescheiden aussieht, wie es klingt. Hubschrauber aus der Konserve und ebensolche Flammeneffekte sehen einfach nur nach billigster Konsolen-Grafik aus. In manchen Momenten passt die Künstlichkeit der dadurch entstehenden Bilder wie Arsch auf Eimer. Etwa wenn sich ein Typ mit Hammer und Sichel (sic!) durch eine Gruppe anstürmender Zombies metzelt und zu „Ave Maria“ munter Köpfe und Körperteile absäbelt. Hier erreichen die Macher des Filmes eine wundervoll comichafte Anmutung. Leider sind nur wenige actionreiche Momente derart überhöht. Meist heißt es einfach nur anlegen und abdrücken. Und da fällt die mangelhafte Qualität der Effekte überdeutlich auf.
Darstellerisch darf man sich von der zumeist überspannten Chose nichts erwarten. Overacting dominiert die Szenerie. Und Comicfiguren dominieren das Figureninterieur. Keine der Figuren wächst einem ans Herz oder funktioniert besonders gut. Auch Ivan, der Held von „Zombie Fieber“, ist einem den ganzen Film über reichlich egal. Interessant ist maximal das Mitwirken von Yuliya Volkova, die als Mitglied der Girlieband „T.A.T.U.“ zu Ruhm kam und hier beweist, dass sie es lieber beim Nackigmachen und Singen belassen sollte. Das Schauspielen jedenfalls liegt ihr null und sie entpuppt sich obendrein als Opfer des heutigen Schönheitswahns und irritiert mit seltsam monströsen Lippen in ihrem eigentlich hübschen Gesicht.
Im Ergebnis haben wir hier eine Zombie-Klamotte, die vermutlich durch eine arg steif wirkende deutsche Synchronisation einiges an Esprit einbüßt. Denn während die optischen Gags durchaus stimmig geraten, versanden die verbalen Gags durch die Bank. Der peinlich pathetische Off-Kommentar von Ivan unterstreicht in der deutschen Version nur die Vermutung, dass hier so mancher Gag im Tonstudio liegen gelassen wurde, zumal die Kommentare in ihrem gesamten Tonfall so gar nicht zum Rest des Filmes passen wollen. Optisch und vom Aufwand her weiß „Zombie Fieber“ durchaus zu gefallen und auch der Bodycount ist beachtlich. Dagegen fällt das Design der Zombies deutlich ab und die Idee, so gut wie sämtliche Zombie-Matsch-Szenen im Computer zu generieren, war auch nicht die Beste. Von den Zombie-Texturen, die verwesende Untote darstellen sollen, ganz zu schweigen. Dennoch macht die mit flotter russischer Rockmucke unterlegte, sehr temporeiche, letztlich vielleicht etwas zu ziellose Zombie-Killerei durchaus Laune. Vor allem, wenn am Ende eine epische Dimension dazukommt und sich zwei besonders beliebte Politiker der Weltpolitik als Zombie-Killer entpuppen. Genau solche Gags hätte „Zombie Fieber“ viel häufiger gebraucht.
Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von Maritim Pictures und wird von Ascot Elite vertrieben. Die FSK 18 freigegebenen Datenträger sind uncut und bieten keinerlei Extras.
In diesem Sinne:
freeman
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